Wespen

1. Überblick

Es  gibt nur zwei lästige Arten, die alle anderen Wespen in erruf bringen. Die Deutsche Wespe ( Paravespula germanica ) und die Gemeine Wespe ( Paravespula vulgaris ). Als ausgesprochene Dunkelbrüter nisten sie in Hohlräumen, wie Rolladenkästen, Wandverkleidungen, Dachböden oder Mäusenestern.

Bei freihängenden Nestern handelt es sich stets um scheue, freidfertige Wespen, wie der Sächsischen Wespe ( Dolichovespula saxonica ), der Mittleren Wespe ( Dolichovespula media ) oder der Feldwespe ( Polistes dominolus ) und natürlich der größten Faltenwespe, der Hornisse ( Vespa crabro ). Diese Arten sind niemals an der Kaffeetafel oder zur Brotzeit auf der Terrasse zu finden. Hornissen verfüttern an ihre Maden nur Fleisch, sie gehen nicht auf Süßigkeiten.

Wespennester sind einjährig. Jedes Jahr wird ein neues Nest gebaut. Das alte Nest bleibt ungenützt.Die Königin beginnt im Frühjahr mit drei Zellen und eiener Hülle aus verwittertem oder morshem Holz. Wenn nach ca 6 bis 8 Wochen die ersten Arbeiterinnen schlüpfen, übernehmen diese die Fütterung der Brut und die Königin bleibt zum Eierlegen im Nest.

Deshalb merken die Menschen erst nach zwei bis drei Monaten, dass in ihrer Nähe ein Wespennest ist. Jetzt kommt die große Angst, die ganz unbegründet ist.

2. Wie kann man Stiche vermeiden?

– Wespen wollen gar nichts stechen, sondern nur mit uns essen und trinken
– Nie aus einem Glas trinken, ohne vorher hinein geschaut zu haben
– Nicht direkt aus offenen Dosen und Flaschen trinken, !! Strohhalm benützen !!
– Kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt im Freien Süßes essen und trinken lassen; den Mund abwischen
– Wespen lernen wo es Futter gibt, deshalb Speisen und Getränke abdecken
– Wespenfallen schaffen keine Abhilfe. Sie ziehen noch mehr herum fliegende Wespen und Bienen an, die dann qualvoll verenden
– Ätherische Öle, wie Nelke, Zeder, Zitrone, Nussbaum, Teebaum und Duftgeranien halten Wespen fern
– Fenster mit Fliegengitter verschließen

3. Stiche – Gefährlichkeit – Nützlichkeit

Warum stechen Wespen ?
Es gibt nur zwei Gründe, warum Wespen stechen:
Wenn sie gedrückt oder gequetscht werden. Wenn sie ihr Nest, ihr Volk gegen Störung oder Beschädigung verteidigen.

Wie gefährlich sind Wespenstiche ?

“ Drei Hornissen töten einen Menschen, sieben ein Perd.“ Diese alte Mär geistert leider immer noch in vielen Köpfen.
Hornissen- und Wespenstiche sind vergleichbar in ihrer Wirkung und Schmerzhaftigkeit. Ein Mensch mit 70 kg müsste von mehr als 10.000 Wespen gestochen werden, um in Lebensgefahr zu kommen, vorausgesetzt er ist nicht allergisch.

Sind Wespen und Hornissen nützlich ?

Wespen und Hornissen füttern ihre Brut ausschließlich mit Insekten. Ein Hornissenvolk fängt pro Tag so viele Insekten ( Fliegen, Mücken, Motten usw. ) wie fünf Meisenpärchen an ihre Jungen verfüttern. Ein Wespenvolk der Deutschen oder Gemeinen Wespe mit einer Volksstärke von über 10.000 Tieren braucht etwa die drei- bis vierfache Menge.

4. Wie soll man sich in Nestnähe verhalten ?

– schnelle Bewegungen und Erschütterungen vermeiden
– Nesteingang nicht versperren um die Orientierung nicht zu stören
– auf keinen Fall Einfluglöcher verstopfen
– Hornissen fliegen auch bei Nacht. In Nestnähe nächtliche Beleuchtungen vermeiden, da dies die Orientierung stört
– Fenster geschlossen halten oder mit Fliegengitter bespannen
– Das Wissen um die Lage eines Nestes ist aber schon eine entscheidende Hilfe, um ungewollte Zwischenfälle zu vermeiden.

Bundesnaturschutzgesetz ( BNatSchG )

§ 42 Abs. 1 Nr. 1: Es ist verboten wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Entwicklungsformen, wie Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.
§ 43 Abs. 8: Für eine Umsiedlung kann die Natur- schutzbehörde eine Ausnahmegenehmigung erteilen.
§ 65 Abs. 1 und 5: Zuwiederhandlungen können mit Geldbußen bis zu 50.000€ geahndet werden

Weitere Informationen:

Landratsamt Altötting
Untere Naturschutzbehörde-
Telefon 08671/502-504
www.lra-aoe.de/aktuelles

Text: Karl Lipp/ AID Infodienst ( www.aid.de )